Die Micky Maus – Technik – Teil 1 (Soziophobie)

Vorwort

Wenn andere Menschen von meiner Tätigkeit als Hypnosetherapeut erfahren, ist die Neugierde oft sehr groß. Ich höre oft dieselben Fragen: Was macht ein Hypnosetherapeut? Was ist die Hypnose überhaupt? Kann die Hypnose mir wirklich bei körperlichen und seelischen Problemen helfen? Wie läuft so eine Therapie eigentlich ab?

In den „Geschichten aus der Praxis“ möchte ich die letzte Frage beantworten und Ihnen jeden zweiten Sonntag einen Einblick in die hypnotische Arbeit geben. Dabei lege ich selbstverständlich sehr großen Wert auf Diskretion und halte die Identität meiner Klienten geheim. Ich verändere dafür die Personendaten (Name, Alter etc), oder halte sie absichtlich sehr vage, um meine Klienten zu schützen.

In den Geschichten werden Sie auf sog. „Archetypen“ treffen, die man auch als Persönlichkeitsteile, oder Ich-Anteile bezeichnen könnte. Sie zeigen sich in der Form von Menschen, Gegenständen, Tieren, oder Fabelwesen und dienen uns als „Sprachrohr des Unbewussten“. Sie geben uns wichtige Informationen und helfen uns bei der Bewältigung unserer Ängste, oder Konflikte.

Im Hypnose-FAQ habe ich Ihnen alles Wissenswerte über unsere unbewussten Helfer zusammengefasst – hier erfahren sie alles zur inneren Weisheit, der Tiefenperson und dem Saboteur.

Die Micky Maus-Technik (Soziophobie)

Stefan suchte im letzten Jahr meine Hilfe, da er sich in Konfliktsituation und Diskussionen nicht traute, seine Meinung zu vertreten. Das machte ihm vor allem auf seiner Arbeit zu schaffen, da diese von Diskussionen mit Kollegen lebt und es wichtig ist souverän aufzutreten. Er zweifelte viel an sich. Wenn er seine Meinung sagte bekam er ein schlechtes Gewissen und fühlte sich irgendwie falsch.

Er wuchs in einem Dorf auf, in dem Jeder Jeden kannte. Sein Vater litt unter starken psychischen Erkrankungen, was in dem Dorf bekannt war.

Ich lernte Stefan als einen sehr lieben aber anfangs unsicheren Mann kennen, der sich sehr gewählt und respektvoll auszudrücken wusste. Er war der Hypnose gegenüber sehr aufgeschlossen, aber sehr aufgeregt.

Zu Beginn der Therapie suchten wir die innere Weisheit auf, die sich als weiser Mann zeigte. Diesen baten wir ihm den selbstsicheren Teil von Stefan zu zeigen, der seine Meinung sagen kann. Ziel war es, dass Stefan von diesem Teil gezeigt bekommen kann, wie es sich anfühlt seine Meinung zu sagen und selbstsicher aufzutreten. Stefan fand aber nur eine instabile Projektion, zu dem er nur eine schwache Verbindung aufbauen konnte. „Deine innere Anspannung hindert dich daran so zu sein, wie du gerne sein möchtest.“ sagte ihm der weise Mann. Er solle sich selber finden, versuchen sich zu entspannen und nicht immer die Bestätigung von Außen suchen. „Denn Glück ist nicht im Außen, sondern nur im Innern zu finden“. Es gelang Stefan die Projektion über sich zu legen um ein bisschen zu spüren wie es sich anfühlen würde, selbstsicher und entspannt zu sein.

Als nächstes machten wir auf den Weg zur Tiefenperson. Diese zu treffen ist das, was am ehesten mit „sich selber finden“ gemeint sein könnte. Wir fanden sie in Form eines Riese auf einer Bergspitze. Der Riese fühlte sich für Stefan sehr vertraut an. Anders als bei der Projektion kann Stefan zu dem Riesen einen sehr guten Kontakt aufbauen. Der Riese nahm Stefan auf die Hand und hob ihn hoch, sodass er über die ganze Welt schauen konnte und sagte: „Spüre, wie es sich anfühlt selbstsicher zu sein, spüre die Freiheit und die Sicherheit.“ Es dauerte ein paar Minuten, bis Stefan dieses Gefühl annehmen konnte, doch dann fühlte es sich sehr gut an. Er bekam von mir die Aufgabe sich in Gedanken immer dann auf die Hand des Riesen zu setzen, wenn er ein schlechtes Gewissen bekommt oder zu zweifeln beginnt…

Ließ im zweiten Teil wie Stefan es geschafft hat, selbstsicher zu werden und seine Meinung zu sagen. Und was es mit der „Micky Maus-Technik“ auf sich hat.

Auch spannend: „Mein Po ist so schwer!“ Teil 1 und 2 und „Jetzt habe ich voll Lust Fallschairm zu springen!“.

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