Was ist Hypnose, wie funktioniert sie und was ist das Besondere ander Hypnosetherapie? Hier beantworte ich dir deine Fragen.
Für viele ist Hypnose etwas Abstraktes, Geheimnisvolles oder gradezu Angstauslösendes. Eigentlich ist Hypnose aber ein ganz natürlicher Zustand, in dem sich der Mensch mehrmals am Tag befindet.
Du kennst das vielleicht, wenn du ein gutes Buch liest: Das Gelesene wird sofort in Bilder umgewandelt und so erlebt. Hierbei gerät der Prozess des Lesens in den Hintergrund, da es wie von alleine passiert. Stattdessen wird eine Art Film geschaut, welcher vom Buch inspiriert, aber vom eigenen Unbewussten konstruiert wird. Dieser Film wird zum Beispiel mit Details gefüllt, die im Buch gar nicht angesprochen werden. Wir nehmen es als natürlich wahr, es gehört sogar zum Lesen dazu! Ein richtig gutes Buch kann womöglich dazu führen, dass du die Gegebenheiten um dich herum nicht, oder nur bedingt wahrnehmen, weil du so in der Geschichte „versunken“ bist. Wenn du so etwas schon erlebt hast, muss es ein wirklich gutes Buch gewesen sein, denn es hat dich in Hypnose versetzt!
Im Alltag sind viele weitere Beispiele zu finden, in denen man in Hypnose ist, oder in einem Zustand, der nah an die Hypnose heran kommt.
Ich treffe immer wieder auf Personen, die Angst vor der Hypnose haben, weil sie denken, dass sie in diesem Zustand fremdgesteuert werden und komplett „weggetreten“ sind. Doch in der Therapie ist genau das Gegenteil der Fall: Man findet einen Weg nach innen und den Zugang zu unbewusstem Wissen. Dieses Gefühl des „in sich Ruhens“ und „zu sich finden“ ist das, was die Hypnose ausmacht. Es ist also alles andere als „fremdgesteuert“, da man in Kommunikation mit dem eigenen Unbewussten tritt.
Die Tiefe der Hypnose kann bei diesem Prozess variieren. Zur meisten Zeit befindet man sich in der sog. „Hypotaxie“, an die man sich erinnert und in der man die Kontrolle behält. Dies ist sogar wichtig, da das unbewusste Wissen bewusst gemacht werden soll. Wie soll das gehen, wenn das Bewusstsein „ausgeschaltet“ ist?
„Hypnose funktioniert nur, wenn man dran glaubt!“. Dies scheint die weit verbreitete Meinung zu sein.
Sie ist aber nur zum Teil richtig: Hypnose hat zwar nichts direkt mit dem Glauben daran zu tun, aber wenn man sich gegen die Vorschläge des Therapeuten sperrt und keine Kooperation zeigt, wird die Hypnose schwer. Glaubt jemand nicht an die Hypnose, zeigt sich aber trotzdem kooperativ und nimmt die Angebote des Hypnotiseurs an, kann sich eine schöne Trance entwickeln. Es hängt also mehr von der Bereitschaft, als vom Glauben ab.
Wie unter „Was ist Hypnose?“ beschrieben, ist es ein Zustand, in dem wir mehrmals am Tag sind. Es ist also nichts Fremdes oder von außen „Eingeflößtes“. Man könnte sagen, es ist ein natürlicher Zustand, der durch gewisse Techniken hervorgerufen werden kann.
Und eben weil das so ist, besitzt jeder Mensch die Fähigkeit, in diese angenehme Art der Entspannung zu gehen. Wehrt sich jedoch jemand dagegen oder sperrt sich vor den Suggestionen, wird die Hypnose nicht, oder nur sehr schwer gelingen.
Wir Hypnosetherapeuten gehen davon aus, dass die psychischen Symptome des Klienten (z.B. Phobien, Zwangsgedanken- und Handlungen, Magersucht etc.) zu einer Zeit entwickelt wurden, zu der sie eine Funktion zu erfüllen hatten, oder diese noch immer erfüllen.
Sie haben also einen „Sinn“ und entstanden nicht “aus heiterem Himmel”.
Leider ist uns dieser Sinn meistens nicht – oder nicht mehr – bewusst. Im Unbewussten werden die zugrundeliegenden Gedanken jedoch weiterhin gelebt und spiegeln sich durch das Symptom im Alltag wider.
Die Bilder, die in Hypnose konstruiert und erlebt werden, nimmt man als eine “innere Realität” wahr, die man sich in der Therapie zunutze machen kann. Dadurch ist es möglich, unbewusste Erinnerungen zu aktivieren und (ähnlich wie in einem Traum) erneut zu betreten, um sie dort zu bearbeiten. In einem geschützten Umfeld darf dann der Sinn des Symptoms verstanden und gelöst werden.
Obwohl Hypnose ein natürlicher Zustand ist, sollte diese Technik nicht bei jeder Person angewendet werden.
Ausnahmen bilden zum Beispiel Menschen, die unter dem Einfluss von Drogen oder bewusstseinsverändernden Medikamenten stehen. Auch ist die Behandlung von psychotischen Krankheitsbildern (Schizophrenie, schwerer Depression oder Manie, wie auch Halluzinationserleben) schwierig.
Weiter ist darauf zu achten, dass ein evtl. niedriger Blutdruck medizinisch behandelt werden muss, da dieser in der Entspannung weiter sinkt.
Als letzte Ausnahme sind Kinder unter 5 Jahren zu nennen. Auch hier ist eine Hypnose meistens schwierig.
Abgesehen von diesen Ausnahmen, ist die Hypnosetherapie uneingeschränkt möglich!
In meinem Podcast „Aus innerer Kraft“ habe ich ebenfalls viel über die Hypose erklärt. Hier kannst du sofort in die Folgen reinhören: