Was ist das Unbewusste? Oder: Wie ich das Unbewusste kennengelernt habe.

Das Unbewusste – welch ein Mysterium! Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit dem “da in uns drin” und ich meine es schon gut zu kennen, aber so ganz wird es wahrscheinlich niemand jemals begreifen. Es gibt unzählige Experimente über unbewusstes Verhalten, Mimik, Gestik, Gruppendynamik usw. Das alles aufzuzählen und zu interpretieren würde den Rahmen hier aber leider sprengen.  Darum möchte ich mich viel mehr über das Unbewusste kümmern, dass mir bei meiner Arbeit begegnet und mit dem wir in Kontakt gehen.

Häufig kommen wir in den (meistens ersten) Terminen auf die Frage: “Aber warum macht das Unbewusste das denn?” Häufig zielt diese Frage auf das Symptom ab, mit dem die Menschen zu mir kommen. “Warum schickt mir das Unbewusste denn jetzt diese Angst, Herr Brocher?” Das ist eine spannende Frage, auf die ich genauer in meinem nächsten Blogpost “Was ist das Symptom?” eingehen werde. Aber so viel sei schon vorweggesagt: Das Unbewusste meint es nicht böse!

Fast alle meiner Klienten wissen, dass ihre Ängste und Zwänge teilweise unsinnig sind. Sie wissen, dass Ihnen in der U-Bahn nichts passiert kann, sie von einem Spinnenbiss nicht sterben oder dass ihre Hände nach 2 Stunden waschen nicht sauberer werden. Wenn man sie dann fragt, warum sie die Angst trotzdem haben oder den Zwang trotzdem durchführen, sagen sie: “Ich habe das Gefühl, dass mir etwas den Hals zuschnürt.”, “Ich ekel mich total vor den Spinnen!” oder “Aber ich habe das Gefühl, dass meine Hände noch dreckig sind”. Hier sind wir also auf einer anderen Ebene: dem Gefühl. Was nutzt einem das Wissen über eine Situation, wenn das Gefühl ein anderes ist? Es gibt Therapien, die darauf aufbauen, dass wir gegen das Gefühl ankämpfen und uns sagen, dass die Situation ok ist, man “keine Angst haben braucht”. Das mag bei manchen Situationen auch funktionieren, aber wollen wir wirklich gegen unser Gefühl kämpfen? Hier fasse ich den Gedanken von oben noch einmal gerne auf: Das Unbewusste meint es nicht böse!

Gefühle sind so etwas wie das “Sprachrohr des Unbewussten”. Ob über Emotionen, das “Bauchgefühl” oder ein Symptom – das Unbewusste findet immer einen Weg sich bemerkbar zu machen. Aus diesem Grund spielen Gefühle in der Hypnosetherapie eine zentrale Rolle. Gefühle zeigen sich in Hypnose häufig durch Symbole. Vor allem die “schlechten” Gefühle, wie Angst oder Trauer, zeigen sich in Hypnose erst einmal sehr groß und fast unüberwindbar (die Angst z.B. in der Form eines großen Bären, die Trauer in Form eines dunklen Raums), aber wenn man mit ihnen in Kontakt geht, sieht man, dass hinter diesen Symbolen immer positive Gefühle liegen: Der Bär will den Klienten nur vor etwas beschützen und der Raum zeigt sich als ein gemütliches Zimmer, wenn man Licht hinein bringt.

Wenn man also hinter die Gefühle schaut, geht es immer auf ein Gefühl hinaus: Liebe! Der Bär beschützt den Klienten aus Liebe und der nun gemütliche Raum lädt dazu ein sich einfach mal wohl zu fühlen. Diese Liebe kann manchmal verletzt oder von außen umgelenkt werden. Manchmal verlieren wir den Kontakt zu unseren Gefühlen auch und müssen wieder “zu uns selbst finden”.

Deshalb ist es so wichtig immer und immer wieder in Kontakt zu seinen eigenen Gefühlen und vor allem zu seiner eigenen Liebe zu gehen. 

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