Gastbeitrag von Franz Vogt

Hallo Simon,
herzlichen Dank, daß ich in Deinem Blog etwas schreiben darf. Kurz zu meiner Person: Ich heiße Franz Reiner Vogt, bin 48 Jahre alt und von Beruf Mathematisch Technischer Assistent und somit sehr rational und logisch aufgestellt.
Momentan mache ich neben meinem Beruf eine Ausbildung zum „Heilpraktiker für Psychotherapie“ und seit ein paar Wochen beim „Zentrum für Angewandte Hypnose“ einen Hypnotherapie-Kurs. Man kann sagen, die Hypnose hat mich doch sehr in ihren Bann gezogen. Wieso das?

Mir standen zwei Operationen aufgrund von Krampfadern bevor. Diese könnten nur mit Vollnarkose durchgeführt werden – so sagte man mir. Vor ein paar Jahren hatte ich aber einen Zeitungsartikel in der Süddeutschen gelesen, daß Hypnose Schmerzen unterdrücken könne. Neugierig auf diese Methode fragte ich im Krankenhaus nach, ob dort einer der Ärzte oder Anästhesisten Hypnose kann.
Und tatsächlich, der Chefarzt der Klinik rief mich zurück und dann ging alles sehr schnell und schmerzfrei. Ich ersparte mir zwei Vollnarkosen, Schmerzmittel und ein tagelanges „Plattsein von der Vollnarkose“. Zudem gewann ich eine ganz neue, erfrischende Sicht auf die Dinge.
Ich beschäftigte mich nun mehr mit Hypnose und habe sogar meinen Zahnarzt überzeugen können, daß ich meine Zahnfleischtransplantation ohne jegliche Spritze hinter mich bringen will. Er machte im Anschluss auch einen Hypnosekurs, weil er es nicht glauben konnte…
Irgendwann reifte dann der Entschluss, daß ich diese ominöse Hypnosetechnik unbedingt lernen muß. Der Weg führte mich über den „Heilpraktiker für Psychotherapie“ zum „Zentrum für Angewandte Hypnose“, wo auch der Chefarzt der Klinik seinen Kurs absolviert hatte und ich deshalb wußte, daß dort auf wissenschaftlicher Basis gelehrt wird.
Durch meinen Beruf weiß ich, daß es immer einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt und ich sehr pragmatisch aufgestellt bin. Also dachte ich an ein Praktikum bei einem Hypnosetherapeuten und bin nun sehr froh, daß ich hier in der Praxis bei Klienten, die der Anwesenheit eines Praktikanten zugestimmt haben, während der Therapiestunden dabei sein darf.
Durch Simon Brocher lernte ich, daß die Hypnosetechnik, die ich bei mir angewendet habe, die idiomotorische Technik ist.
D.h.: Durch Bewegungen mit den Armen „spricht“ mein Unbewusstes mit mir. Wenn mein Arm sich nach oben bewegt, sagt mein Unbewusstes „Ja“, bewegt der Arm sich nach unten, meint mein Unbewusstes „Nein“.
Zudem kannte ich die Erkenntnishypnose, die mich offene Fragen an mein Unbewusstes stellen ließ.
Die Antworten, die mir mein Unbewusstes durch die Erkenntnishypnose gab, habe ich dann immer mit „Ja/Nein“ Fragen durch mein Unbewusstes überprüfen lassen. So kam ich ganz gut klar.
Ihr könnt Euch das so vorstellen:
Ich begab mich in Trance und fragte z.B. mein Unbewusstes: „Was kann ich gegen meine rauen Hände tun?“, dann wartete ich und irgendwann habe ich an Boskop-Äpfel gedacht. Also fragte ich mein Unbewusstes „Soll ich täglich Boskop-Äpfel essen?“.  Der Arm ging nach oben, und ich wußte, daß ich gleich zum Markt gehen sollte :-).
Nach drei Tagen wurden meine Hände tatsächlich weicher.

Direkt in meiner ersten Stunde als Praktikant durfte ich erleben, daß es auch anders geht.
Hier verwandelte sich die Klientin in der Trance zu einer genialen Fabelerzählerin.
Gefühle sprachen durch Farben, Menschen verwandelten sich in grimmige Tiere, die durch die Sonne gezähmt wurden. Das Meer umhüllte die Seele mit Wärme und half der Klientin eine nie gespürte Angst zu überwinden. Und immer wieder kam ein lachendes Kindergesicht und brachte der Klientin Glücksgefühle.
WOW, ich war begeistert, aber ich konnte kaum folgen, bis Simon mir im Anschluss die einzelnen Funktionen der aufgetauchten „Darsteller“ erläuterte. Das musste ich erstmal verdauen und kapieren. Dann war es eigentlich klar und mit jeder weiteren Praktikumsstunde konnte ich den Fabeln der Klienten besser folgen.
So nach und nach habe ich gelernt, daß eigentlich jeder Mensch seinen eigenen Zugang zum Unbewussten finden und ihn auf seine Weise gestalten kann.
Durch das Praktikum ist der Hypnosetherapeut in meinen Augen zu einem virtuosen Lehrmeister herangewachsen, der sich auf jeden Klienten spezifisch einstellen muss, um dann mit viel Gefühl den eigentlichen Menschen wieder herzustellen.
Lieber Simon, vielen Dank, daß Du zu dieser Einsicht entscheidend beigetragen hast!

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