Die Angst mit Hypnose behandeln.

Angst und Panikattacken

Im nachfolgenden Text wird nur von der Angst gesprochen – die Ausführungen gelten jedoch im gleichen Maße für Panikattacken.

Angst zu haben ist gut – vorrausgesetzt, die Situation ist wirklich bedrohlich

Angst ist ein natürlicher Reflex, den sowohl wir Menschen, als auch die Tiere besitzen. Der Körper bereitet sich dabei auf einen Kampf oder auf eine Flucht vor. Diese Emotion rettet unser Leben und ist somit extrem wichtig!

Gesunde Angst / Pathologische Angst

Während eine gesunde Angst unser Leben retten kann, ist bei einer sogenannten pathologischen Angst die Situation oder das Objekt nicht bedrohlich, der Mensch keiner Gefahr ausgesetzt. Trotzdem entwickelt sich eine reale Angst, mit allen dazugehörigen Symptomen (Schweißausbrüche, hohe Atem- und Herzfrequenz, eingeengt Aufmerksamkeit etc.). Diese Angst kann sogar so stark werden, dass alleine die Vorstellung an die Situation oder das Objekt diese Emotion auslöst!

Das Vermeidungsverhalten und die Angst vor der Angst

Durch diese Angst ist der Mensch dazu gezwungen, die angstbesetzten Orte (z.B. Ärzte, Fahrstühle, hohe Gebäude, offene Plätze, Straßenbahnen) oder Objekte (Hunde, Spinnen, Spritzen) zu meiden (Vermeidungsverhalten). Auch das Umfeld wird in dieses Verhalten eingebunden, um beispielsweise die Spinne zu entfernen, oder einen als Beistand zu begleiten. Hinzu kommt die sogenannte Erwartungsangst, also die “Angst vor der Angst”, die das Vermeidungsverhalten noch verstärkt.

Der Vorteil von alledem ist, dass der Mensch – wenn er es wirklich gut macht – sich also nicht mehr mit der Angst konfrontieren muss. Der Nachteil hingegen ist, dass die Angst im Laufe der Zeit immer größer wird!

Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird, das Umfeld nicht mehr wie erforderlich reagiert, oder man anders gezwungen wird die Angst zu überwinden, nehmen viele das Angebot einer Therapie in Anspruch. Dadurch liegen oft mehrere Jahre zwischen der Entstehung der Angst und einer Therapie.

Die Therapiemethoden

Es haben sich im Laufe der Zeit mehrere Sichtweisen zur Auflösung der Angst entwickelt. Ich möchte diese kurz vorstellen und am Anschluss zeigen, wie die Hypnose beide Ansichten kombiniert.

Verhaltenstherapie

Die klinische Psychologie geht davon aus, dass die Angst erlernt ist und man durch (andere) Erfahrungen lernen kann, dass sie irrational ist und das befürchtete Ereignis nicht eintrifft. Durch das Vermeidungsverhalten kann allerdings nicht die Erfahrung gemacht werden, dass die Befürchtung nicht eintritt und die Angst somit unbegründet ist. Dies wird durch die sogenannte „Konfrontationstherapie“ erreicht, in der der Patienten der Angst ausgesetzt wird und so lernt, dass sie unbegründet ist. Auf diesem Prozess aufgebaut, lernt er weiter, dieses Gefühl zu kontrollieren.

Psychoanalyse

Die psychoanalytische Sichtweise geht davon aus, dass die Angst aus einem frühkindlichen unbewussten Konflikt heraus entsteht. Dieser Konflikt muss bewusst gemacht und gelöst werden, um die Angst zu lösen.

Hypnosetherapie

Meine Erfahrung in der Hypnosetherapie ist diese, dass beide Faktoren (unbewusste Konflikte und bewusste Erfahrungen) wichtig sind. So kann es sein, dass die Angst einen unbewussten Ursprung hat, jedoch bewusst durch das Vermeidungsverhalten unterstützt und am Leben gehalten wird. Es ist also wichtig, mit dem Bewussten und dem Unbewussten zu arbeiten. In den Jahren der Vermeidung wird die Erwartungsangst dabei immer größer, sodass sie eine Art “bewusstes Gerüst um einen unbewussten Konflikt herum” gebildet hat. Hat man die Angst auf der unbewussten Ebene gelöst, muss sich der Patient auch trauen, sich den Situationen erneut zu stellen, also auch die Erwartungsangst zu überwinden. Traut man sich nicht diesen Schritt zu gehen, vermeidet man eine Angst, die nicht mehr existiert.

Eine Eigenschaft der Hypnose ist, dass das in Hypnose Erlebte zu einer Art “inneren Realität” wird. Das heißt, man kann im Schutz der Hypnose eine reale Erfahrung machen und sich so in einem geschützten Rahmen der angsterfüllten Situation oder dem angsterfüllten Objekt nähern.

So kann Hypnose auf beiden Ebenen angewendet werden: Zum einen ist es möglich die unbewussten Konflikte zu bearbeiten, zum anderem kann man in Hypnose die angstauslösenden Situationen betreten und meistern.

Geschichten aus der Praxis:

Lesen Sie in „Die Micky Maus – Technik“ wie ein Klient mit Hilfe der Hypnose seine Soziophobie auflösen konnte.

Lesen Sie in „Jetzt habe ich voll Lust Fallschirm zu springen“ wie Michael seine Höhenangst besiegte.