5. Praxisjubiläum

Happy Birthday, Praxis! Es ist unglaublich, wie die Zeit vergeht. Ganz plötzlich sind fünf Jahre vergangen und ich bereue an keinem einzigen Tag, dass ich so früh die Entscheidung traf mich mit meiner Praxis selbstständig zu machen und meinen Traum von einer eigenen Hypnosepraxis zu verwirklichen. Ein passender Moment um einmal auf die Anfänge zurück zu blicken und die letzten fünf Jahre Revue passieren zu lassen. Vielleicht kann ich den ein oder anderen dazu inspirieren sich intensiver mit diesem Thema zu befassen.

Jeder Traum fängt mit etwas Kleinem an. Mit einem Gedanken, einer Idee, einer Erfahrung…. Mit etwas Gutem, oder etwas Schlechtem – zumindest auf den ersten Blick. Mit 18 Jahren begann für mich ein Marathon an Arztbesuchen, scheinbaren Diagnosen und Behandlungsansätzen. Lange Zeit war ich sehr verzweifelt und frustriert, denn ich hatte starke Magenschmerzen, die ich in keinem Zusammenhang mit äußeren Faktoren sah.

Schließlich schlug mir meine Mutter vor, zu einem Heilpraktiker zu gehen, aber ich entgegnete ihr, dass ich nur endlich zu einem guten Arzt gehen wolle. Zu jemandem, der wirklich Ahnung hat! Wir landeten bei Raymond Hamacher, einem Heilpraktiker, der mich vom ersten Moment an völlig begeisterte aber auch verunsicherte. Nur allzu Vertrautes gab es hier nicht. Niemand, der in einem weißen Kittel hinter einem Monitor saß und während ich erzählte heftig in die Tasten schlug. Kein Frage-Antwort-Spiel, bei dem ich das Gefühl hatte nicht ernst genommen zu werden oder kaum Zeit habe zu antworten. Ganz im Gegenteil: Es war ein angenehmes Gespräch, mit viel Zeit und viel Humor. Ein ganz neues Gefühl. Er fragte mich wie es mir geht und hörte mir interessiert zu, als ich ihm erzählte, was mich gerade beschäftigt. Das war ich von den Ärzten so nicht gewohnt. Heute weiß ich, dass dieses Vertrauen und diese Ehrlichkeit ein unglaublich wichtiges Fundament für meine Heilung bildeten. Ab und an erzählte er meiner Mutter und mir ein paar Hypnose-Geschichten aus seiner Praxis, die sich teilweise wie Märchen anhörten. Das hatte irgendwie etwas Magisches und es faszinierte mich auf sonderbare Art und Weise. Voller Erwartung nahm ich meine erste Hypnosesitzung und war danach aber ziemlich enttäuscht. Ich habe viel mehr erwartet. Ich dachte, dass ich mehr „weg“ sein würde. Doch dem war nicht so. Weder schnipste er mit den Fingern, noch war ich so willenlos wie die ganzen Leute im Fernsehen.

In den nachfolgenden Sitzungen begriff ich jedoch, was Hypnose ist und dass es besser funktioniert, wenn man sich einfach fallen lässt und dem Unbewussten vertraut. Wenn man sich nichts vorstellt, sondern sich die Dinge zeigen lässt. Ich kam jedes Mal sehr gerne zu Raymond! Von meinen eigenen Fortschritten begeistert, wurde mir schnell deutlich: „Ich will auf diesen Stuhl auf dem Raymond sitzt! Ich will das auch machen, was der Raymond da macht! Wo kann ich das lernen?“ Mein Wunsch Hypnosetherapeut zu werden nahm ab dem zweiten Termin immer mehr Form an, stieß in meinem Umfeld jedoch nicht immer auf Verständnis. Ich solle doch lieber meinen Interessen nachgehen und etwas mit Computern machen, meinte beispielsweise mein Vater. „Aber doch nicht so ein Jodeldiplom!“, sagte er. Doch ich blieb dabei, denn je mehr ich mich mit der Hypnose und meinem Unterbewussten beschäftigte, desto mehr faszinierte mich diese Thematik. Ich schloss mein Abitur ab und begann, an der Fernuniversität Hagen Psychologie zu studieren, während ich parallel die Ausbildung zum Hypnosetherapeuten begann. Schnell merkte ich jedoch, dass das Studium mich nicht an mein Ziel bringen würde. Es war nicht therapeutisch ausgelegt und am Ende hätte ich nicht, die für eine eigene Praxis zwingend benötigte Heilerlaubnis bekommen. Aus diesem Grund brach ich das Studium nach zwei Semestern ab und konzentrierte mich fortan darauf meine Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie zu bestehen. Mit 25 Jahren, dem gesetzlichen Mindestalter zur Absolvierung der Prüfung, bestand ich die Prüfung und darf mich seither Heilpraktiker für Psychotherapie nennen.

Nun ging es daran, meine eigene Praxis zu eröffnen. Ich wurde mit vielen neuen Dingen konfrontiert und musste mir in unterschiedlichen Bereichen Wissen aneignen. Bevor ich also meine Praxis als Therapeut eröffnen konnte, wurde ich Webentwickler und –designer, Schriftsteller, Fotograf, Unternehmer und Marketing-“spezialist“. Vielleicht hätte ich es mir leichter machen können, Fachkräfte beauftragen und Aufträge abgeben können, aber ich wollte so viel wie möglich selber machen und meiner Praxis meinen eigenen Fingerabdruck verleihen. Zum Glück haben mir viele Freunde und die Familie geholfen, wenn ich Hilfe brauchte. Mein Logo hat beispielsweise eine liebe Freundin entworfen. Mein Slogan fiel mir irgendwann in der Bahn ein[ . Eine spannende Zeit, sage ich euch!

Irgendwann war ich mit der Raumsuche konfrontiert, die sich als wirklich schwierig erwies, da die Mieten in der Anfangszeit kaum zu bezahlen sind. Die liebe Freundin und Kollegin Colette bot mir damals an mit in ihren Raum zu kommen. Ein Angebot, das ich mehr als dankbar annahm. Irgendwann zog sie nach Belgien und ich übernahm den Raum komplett und konnte ihn nach meinem Belieben einrichten. Ein wichtiger Zwischenschritt war geschafft!

Mit der Zeit kamen dann auch immer mehr Klienten, die mich im Internet fanden, oder auf Empfehlungen zu mir kamen. Es war schön zu sehen, wie die Praxis immer mehr wuchs und aus dem Traum Realität geworden war. Es ist noch heute eine Ehre, dass mir so viele Menschen ihr Vertrauen schenken und ihre Geschichten erzählen, die ich dann teilweise sogar hier veröffentlichen darf. Ich freue mich über jede einzelne Jameda-Bewertung, da sie mir zeigt, dass ich damals die richtigen Entscheidungen getroffen habe und ich mit meiner Arbeit das Leben meine Klienten verbessern kann. Das ist das Größte für mich!

Es ist manchmal schon faszinierend wie die Zeit vergeht. Ich war damals auf der Suche nach einem schmerzfreien Magen und dann veränderte die Hypnose mein gesamtes Leben. Ich konnte die Schmerzen fallen lassen, wurde selbstbewusster und entschied mich dafür, den Traum von meiner eigenen kleinen Praxis umzusetzen. Heute darf ich der sein, der anderen hilft und ihnen Geschichten erzählt. Und vielleicht fasziniert die ein oder andere jemanden so sehr, wie ich damals fasziniert wurde. Mehrere meiner Klienten darf ich heute Kollegen nennen, da auch sie den Schritt vom Klienten zum Therapeuten gegangen sind. Es ist ein tolles Gefühl für andere Menschen jemand sein zu dürfen, der Raymond für mich war und ist. Seit einem halben Jahr habe ich sogar einen Praktikanten, der mit der Zustimmung meiner Klienten bei vereinzelten Sitzungen dabei sein kann. Er macht gerade die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie und zum Hypnosetherapeuten

Heute ist mein Vater stolz darauf, dass ich selbstständig bin und eine Arbeit gefunden habe, die mir Spaß macht. Er ist froh, dass ich mich für mein „Jodeldiplom“ entschieden habe, da er sieht wie glücklich ich damit bin. An dieser Stelle möchte ich die Möglichkeit nutzen, mich bei meinem ganzen Umfeld für die Unterstützung zu bedanken, die ich damals bekam. Zudem möchte ich mich bei meinen Klienten für ihr tiefes Vertrauen bedanken, das sie mir seit so langer Zeit entgegenbringen und meiner Arbeit so viel Sinn und Tiefe verleihen. In diesem Sinne, hoffe ich auf die nächsten 5 Jahre!

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